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Als im Januar 1966 mit dem Deutschen Rentenfonds (DIT) und dem Inrenta (DWS) kurz nacheinander die beiden ersten Investmentfonds antraten, die das Geld der Anleger ausschließlich in Bundesanleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren investierten, hielten viele Beobachter diese neue Variante für reichlich überflüssig. Indes, die Branche störte das nicht: Ermutigt durch den reißenden Absatz, setzte sie in den Folgejahren einen Rentenfonds nach dem anderen in die Welt. Vor allem Fonds mit dem Schwerpunkt deutsche Renten (seit 1. Januar 1999: Euro-Renten) wurden zum Bestseller. Ende 2001 verwalteten die deutschen Investmentgesellschaften (einschließlich ihrer Luxemburger Töchter) in diesem Segment ein Vermögen von knapp 25 Milliarden Euro.
Allerdings: Ganz so sicher und pflegeleicht, wie viele Bankberater sie im Kundengespräch gern hinstellen, sind auf Euro lautende Rentenfonds nicht. In Zeiten steigender Zinsen fallen nämlich die Kurse der im Fonds enthaltenen Papiere, folglich sinkt auch der Preis der Fondsanteile. Dieser Zusammenhang wurde vielen Anlegern erstmals im Februar 1994 schmerzlich bewusst, als US-Notenbankchef Alan Greenspan völlig unerwartet die amerikanischen Geldmarktzinsen anhob und damit an den internationalen Rentenmärkten ein Chaos auslöste. Weil alle Welt mit weiter steigenden Zinsen rechnete, wollte niemand mehr alte Papiere mit niedrigen Kupons haben. Besonders drastisches Beispiel: Die vom damaligen Bundesfinanzminister Theo Waigel Ende 1993 zu 100 Mark ausgegebene Silvester-Anleihe mit 30-jähriger Laufzeit (Zinskupon: 6,25 Prozent) fiel innerhalb von sieben Monaten bis auf 80 Mark. Das Schlagwort vom "Renten-Crash" machte die Runde.
Zwar versuchen die Manager eines Rentenfonds, das Kursrisiko zu begrenzen - indem sie zum Beispiel Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten halten oder in turbulenten Zeiten von den besonders gefährdeten Langläufern auf Kurzläufer umschichten. Ganz gelingen wird das allerdings schon deshalb nicht, weil auch die besten Manager nicht exakt vorhersehen können, wann ein Zinstrend kippt. Darüber hinaus verwalten die Fonds zum Teil etliche Milliarden Mark, die sich nicht von heute auf morgen "drehen" lassen. Die Bilanz der deutschen Rentenfonds zwischen Februar und September 1994 fiel denn auch nicht eben berauschend aus: Im Schnitt verloren sie 5,1 Prozent.


 
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