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Neue-Märkte-Fonds
Als am 10. März 1997 an der Frankfurter Börse der Startschuss
für die beiden ersten am Neuen Markt gelisteten Unternehmen fiel,
ahnte wohl niemand, wie erfolgreich sich dieses speziell für
aufstrebende Jung-Unternehmer gegründete Börsen-Segment
zunächst entwickeln würde. Drei Jahre später waren
am Neuen Markt beinahe 300 Firmen notiert, und viele davon machten
ihre Aktionäre binnen kürzester Zeit zu Millionären.
Beispiel EM.TV Merchandising: Wer im November 1997 für 9998,20
Mark exakt 568 Aktien des Münchener Filmrechte-Vermarkters orderte,
konnte dieselben Papiere 15 Monate später für 1015 373,06
Mark wieder verkaufen.
Die ersten Fonds, die das enorme Potenzial dieses Segments für
ihre Anleger nutzten und entsprechende Titel beimischten, waren der
Baer Special German Stock Fund der Schweizer Privatbank Julius Bär
und der DAC-Fonds UI von Universal. Ende 1998 ging dann mit dem Invesco
Neue Märkte der erste reinrassige Neue-MärkteFonds an den
Start, dem rasch weitere Angebote folgten.
Indes, die meisten davon kamen zu spät. Denn so schnell und unverhofft
der vor allem vom Glauben an die unerschöpflichen Möglichkeiten
des technischen Fortschritts gespeiste Boom entstanden war, so schnell
ebbte er wieder ab. In der allgemeinen Euphorie hatten selbst langjährige
Investmentprofis übersehen, dass es an der Börse weniger
auf hochfliegende Ideen ankommt als vielmehr auf die Fähigkeit,
diese auch umzusetzen und damit Geld zu verdienen. Viele der mit ihren
Aktien am Neuen Markt notierten Firmengründer erwiesen sich im
Nachhinein als größenwahnsinnige Dilettanten, andere als
Betrüger. Das Neue-Markt-Barometer Nemax-All-Share, das im März
2000 kurzzeitig bei mehr als 8500 Punkten notierte, stürzte in
den folgenden 18 Monaten wieder bis auf unter 800 Punkte ab. Den Fonds
und ihren Käufern erging es kaum besser: Wer auf dem Höhepunkt
oder kurz danach einstieg, verlor bis September 2001 rund 85 bis 90
Prozent des eingesetzten Kapitals.
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