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Riester-Fonds
Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein teures Auslaufmodell -
eine nicht eben neue Erkenntnis. Doch von der Politik wurde sie mehr
als 20 Jahre lang ignoriert. Vor allem Norbert Blüm, zwischen
1982 und 1998 Bundesarbeitsminister, schlug immer wieder alle Warnsignale
in den Wind. So steigt nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes
der Anteil der Menschen, die 60 Jahre und älter sind, von derzeit
20 Prozent der Bevölkerung auf 34 Prozent im Jahre 2040. Unabhängige
Wissenschaftler wie der Bielefelder Bevölkerungsstatistiker Herwig
Birg gehen im ungünstigsten Fall sogar von einer Verdreifachung
aus. Gleichzeitig bleibt die Geburtenrate auf niedrigem Niveau.
Die Folge: Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Rentner
versorgen. Dadurch sinkt die Rendite der im Umlageverfahren gezahlten
Beiträge dramatisch. Bekommen die heutigen Rentner ihre damaligen
Beiträge nicht selten mit bis zu sechs Prozent verzinst, liegt
dieser Satz nach Berechnungen des Bonner Wirtschaftsprofessors Manfred
Neumann im Jahr 2019 nur noch bei knapp einem Prozent. Seine Befürchtung:
Unter diesen Voraussetzungen müssen später Millionen Rentner
von der Sozialhilfe leben.
Wissenschaftler mäkeln und mahnen nicht nur, manchmal machen
sie auch Verbesserungsvorschläge. Einhelliger Rat nahezu sämtlicher
Experten gegen das Dilemma: Die Politik müsse das staatliche
Umlageverfahren so rasch wie möglich um ein kapitalgedecktes
System ergänzen. Eine Aufgabe, der sich Blüms Nachfolger
Walter Riester 1998 endlich widmete.
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